Bevor der nächste Wocheneinkauf ansteht, lohnt ein ehrlicher Blick in den Kühlschrank. Meist reicht das, was dort steht, noch für zwei oder drei Abende, wenn man es geschickt kombiniert. Dieser Kreis braucht keinen Zettel, sondern eine Inventur.
2 Personen
3 Abendessen
10 Min. Inventur
ein kleiner Nachkauf
Inventur in zehn Minuten
Alles kommt einmal heraus, Fach für Fach, und wird auf dem Tisch in drei Gruppen sortiert. Gruppe eins: was in den nächsten zwei Tagen gegessen werden muss, also Angebrochenes, weiches Gemüse, gegarte Reste. Gruppe zwei: was noch eine Woche hält. Gruppe drei: Gläser, Senf, Marmelade und alles, was ohnehin lange hält. Nur die erste Gruppe bestimmt den Plan.
Für die Planung zählt nicht, was am meisten Platz einnimmt, sondern was am schnellsten nachlässt. Ein halber Becher Joghurt ist wichtiger als ein volles Glas Gurken, eine weiche Zucchini wichtiger als ein ganzer Rotkohl. Aus der ersten Gruppe werden zwei oder drei Hauptzutaten gewählt, um die herum je ein Abend gebaut wird. Alles andere läuft als Beilage mit.
Dabei gleich abwischen, was klebt, und Gläser zusammenfassen, in denen nur noch ein Löffel ist. Wer zum ersten Mal so vorgeht, staunt meist, wie viel Halbes und Angebrochenes sich hinten in den Fächern versammelt hat.
Gefunden
Joghurt½ Becher
Eier4 Stück
Bergkäseein Rest
Paprika½ Schote
Zucchini1 Stück
Karotten2 Stück
Frühlingszwiebeln½ Bund
gekochter Reis1 Schale
Tomaten, passiert½ Glas
Kichererbsen, gegart½ Dose
nachgekauft: Brot1 kleines
10 Funde · 1 Nachkauf
● Hauptrolle · ◐ Nebenrolle. Das Brot ist der einzige Nachkauf und gehört an den zweiten Abend.
Fund
Abend 1
Abend 2
Abend 3
Eier
ja
ja
Zucchini, Paprika
ja
teilweise
Bergkäse
ja
teilweise
Tomaten, Kichererbsen
ja
Joghurt
teilweise
ja
gekochter Reis
ja
Karotten
ja
ja
Frühlingszwiebeln
teilweise
ja
Abend 1Gemüse-Omelett aus dem Ofen
Zucchini und die halbe Paprika klein würfeln und mit dem weißen Teil der Frühlingszwiebeln fünf Minuten in einer ofenfesten Pfanne anbraten. Zwei Eier mit einem Löffel Joghurt, Salz und Pfeffer verquirlen, darübergießen, den Käserest darüberreiben und bei 180 Grad etwa 15 Minuten im Ofen stocken lassen.
Dazu passt alles, was als Rest auf dem Tisch liegt: ein paar Blätter Salat, ein Klecks Senf, eine Scheibe Brot vom Vortag.
gibt weiter: zwei Eier, das Grün der Frühlingszwiebeln
Abend 2Tomatensuppe mit Kichererbsen
Eine Karotte fein würfeln und mit einer Zwiebel in Öl anschwitzen. Die passierten Tomaten und die Kichererbsen dazugeben, mit Wasser auf etwa einen Liter auffüllen und 15 Minuten köcheln lassen. Die Hälfte pürieren, damit die Suppe Körper bekommt, die andere Hälfte bleibt stückig.
Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Der restliche Joghurt kommt in die Teller, das frische Brot geröstet dazu.
gibt weiter: nichts Neues, der Reis ist dran
3
Abend 3Gebratener Reis mit Ei
Gekochter Reis vom Vortag ist ideal für die Pfanne, weil er trockener ist als frischer und nicht verklebt. Die letzte Karotte in feine Würfel schneiden und in heißem Öl anbraten, dann den Reis dazu und unter Rühren braten, bis einzelne Körner knusprig werden. An den Rand schieben, zwei Eier in die freie Stelle schlagen, kurz stocken lassen und alles mischen.
Zum Schluss das Grün der Frühlingszwiebeln in Ringen darüber und mit Sojasauce oder einfach Salz abschmecken.
schließt den Kreis
Gekochter Reis: schnell abkühlen lassen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von ein, zwei Tagen verbrauchen. Nicht stundenlang warm in der Küche stehen lassen.
Den Kühlschrank richtig einräumen
Im Kühlschrank ist es nicht überall gleich kalt. Am kältesten ist es meist direkt über dem Gemüsefach, auf der Glasplatte: Dorthin gehören leicht Verderbliches und gegarte Reste. In der Mitte stehen Milchprodukte und Käse, oben Angebrochenes wie Marmelade oder Senf. Die Tür ist der wärmste Platz und eignet sich für Getränke, Butter und Eier. Ins Gemüsefach kommen Gemüse und Obst, das Kälte verträgt.
Insgesamt sollten es nicht mehr als etwa sieben Grad sein. Ein einfaches Kühlschrankthermometer zeigt schnell, ob die Einstellung stimmt, denn das Rädchen im Gerät sagt darüber wenig.
Was bei der Inventur oft übersehen wird
Die meisten Funde verstecken sich nicht im Gemüsefach, sondern in der Tür und ganz hinten. Angebrochene Gläser mit Pesto, Tomatenmark oder Kokosmilch tragen oft den Hinweis »nach dem Öffnen gekühlt aufbewahren und innerhalb weniger Tage verbrauchen«. Ein Stück Kreppband mit dem Öffnungsdatum auf dem Deckel erspart später das Rätselraten.
Tomatenmark und Pesto lassen sich in kleinen Portionen einfrieren, etwa löffelweise auf einem Brett vorgefroren und dann in einen Beutel umgefüllt. Ein halber Becher Sahne wird zur Sauce für Nudeln, ein Rest Frischkäse rührt sich in eine Suppe. Und das letzte Stück Zitrone, angetrocknet in seiner Schale, gibt noch genug Saft für ein Dressing her.
Auch Eier wandern bei der Inventur gern aus dem Blick, weil sie in ihrer Klappe in der Tür stehen. Ein Blick auf das aufgedruckte Datum zeigt, welche zuerst an die Reihe kommen.
Die Regel für die nächste Woche
Was nach vorn kommt, wird zuerst gegessen. Neue Einkäufe gehören nach hinten, Angebrochenes nach vorn. Wer will, legt dafür eine kleine Kiste oder ein Fach mit der Aufschrift »zuerst essen« an. Das kostet nichts und erspart am Ende der Woche manche Überraschung.
Dazu hilft es, vor jedem Einkauf kurz in den Kühlschrank zu schauen und auf dem Zettel zu notieren, was noch da ist. Wie man Lebensmittel richtig lagert und wie lange angebrochene Packungen halten, beschreiben die Verbraucherstellen ausführlich. Wenn die Inventur zur festen Gewohnheit wird, braucht es diesen dritten Kreis irgendwann gar nicht mehr, weil weniger liegen bleibt. Bis dahin ist er ein guter Abschluss für jede Woche, in der der Plan nicht ganz aufgegangen ist. Die verlässlichsten Muster für solche Abende sammelt der Freitagsteller.