Wann Brot altbacken ist
Altbacken heißt nicht verdorben. Brot wird trocken, weil die Stärke im Inneren nach dem Backen allmählich wieder fest wird und Wasser abgibt. Die Krume wird bröselig, die Kruste weich oder ledrig. Das ist ein natürlicher Vorgang, der sich sogar teilweise umkehren lässt: Ein trockenes Brot, kurz mit Wasser besprüht und einige Minuten bei 180 Grad aufgebacken, schmeckt fast wieder frisch.
Wie schnell das geht, hängt vom Brot ab. Weizenbrot und Brötchen werden oft schon nach einem Tag zäh, Mischbrot hält drei bis vier Tage, kräftiges Roggen- oder Sauerteigbrot eine Woche und länger. Je höher der Roggenanteil und je dunkler die Kruste, desto langsamer trocknet die Krume aus.
Schimmel ist etwas anderes. Zeigt sich auch nur ein kleiner Fleck, gehört das ganze Brot in den Müll, weil sich das Geflecht im weichen Inneren unsichtbar ausbreitet. Wegschneiden reicht bei Brot nicht.
Weniger Rest schon beim Kauf
Der einfachste Weg, weniger altes Brot zu haben, beginnt beim Bäcker. Viele Bäckereien verkaufen auf Nachfrage einen halben Laib, und manche bieten Brot vom Vortag günstiger an, das für Brotsalat, Knödel und Suppe ohnehin besser geeignet ist. Roggen- und Sauerteigbrote bleiben länger saftig als helles Weizenbrot und Brötchen, die oft schon am Abend zäh werden. Für eine Woche zu zweit reicht in der Regel ein Laib von 750 Gramm, wenn er gut gelagert wird.
So bleibt Brot länger gut
Am besten hält Brot in einem Brotkasten aus Holz oder Keramik, oder in einem Tontopf, der etwas Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Brot mit der Schnittfläche nach unten auf ein Brett zu legen, hält die Krume länger weich. In den Kühlschrank gehört Brot nicht: Bei Temperaturen knapp über null wird es am schnellsten altbacken.
Wer weiß, dass er einen Laib nicht schafft, friert die Hälfte gleich am ersten Tag in Scheiben ein. Einzelne Scheiben kommen gefroren direkt in den Toaster. Ein ganzer Laib taut bei Zimmertemperatur in einigen Stunden auf und wird danach kurz aufgebacken.
Altbackenes Brot hat in den Wochenkreisen einen festen Platz. Im ersten Kreis, Ein Einkauf, fünf Abende, ist es die Hauptzutat des Freitags. Und auf dem Freitagsteller gibt es oft genau den Rest, der zu einem Brotsalat noch fehlt.
Mengen und Garzeiten sind Richtwerte aus unserer Küche. Jeder Herd heizt anders, und kein Kohlkopf wiegt genau so viel wie der nächste.