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Grundmuster

Der Freitagsteller: Grundmuster für Restegerichte

Am letzten Abend der Woche liegt selten genau das im Kühlschrank, was ein Rezept verlangt. Deshalb gibt es für diesen Abend kein Rezept, sondern ein paar Grundmuster. Jedes besteht aus einer Basis, etwas, das bindet, und etwas, das obendrauf kommt.

  • 5 Grundmuster
  • 20 bis 40 Min.
  • für alles, was übrig ist
Gusseiserne Pfanne mit im Ofen gestockten Eiern, geschmolzenem Käse und Kräutern, daneben geröstetes Brot

Die Formel hinter jedem Teller

Ein Restegericht gelingt, wenn drei Dinge zusammenkommen. Erstens eine Basis, die satt macht: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot oder Hülsenfrüchte, gern schon gegart. Zweitens etwas, das alles zusammenhält: Ei, Brühe, eine Sauce, Käse oder Joghurt. Drittens etwas Frisches zum Schluss, das den Teller lebendig macht: Kräuter, Zitrone, ein Klecks Senf, geröstete Kerne.

Die Mengen in der Tabelle sind grobe Richtwerte für zwei Personen. Fehlt etwas an der Basis, wird mit einer Scheibe Brot, einer Handvoll Nudeln oder einer Dose Bohnen aus dem Vorrat aufgefüllt. Fehlt es am Bindenden, reicht oft ein Ei mehr oder ein Schluck Brühe.

Mit dieser Formel im Kopf wird der Blick in den Kühlschrank zur Sortierarbeit. Was ist Basis, was bindet, was fehlt noch für obendrauf? Fast immer lässt sich daraus eines der fünf Muster bauen.

MusterBasisbindetMenge für zwei
Pfanne mit EiKartoffeln, Reis, Gemüse4 bis 6 Eieretwa 400 g Reste
SuppeGemüse, Hülsenfrüchte1 Liter Brüheetwa 500 g Reste
SchüsselGetreide, BrotDressing, Joghurtetwa 300 g Reste
AuflaufNudeln, KartoffelnSauce, Käseetwa 600 g Reste
FüllungReis, Linsen, GemüseEi, Käseetwa 300 g Reste
Dicke, goldbraune Kartoffeltortilla auf einem weißen TellerHelle Cremesuppe mit Brotwürfeln und Dill in einer weißen Schale auf MarmorSchüssel mit Eintopf aus Bohnen, Gemüse und Süßkartoffel, daneben ein Löffel

1 · Pfanne mit Ei

Das verlässlichste Muster. Alles, was gegart ist, kommt klein geschnitten in eine Pfanne und wird in Öl angebraten: Kartoffeln, Reis, Ofengemüse, Nudeln. Vier bis sechs Eier mit Salz, Pfeffer und einem Rest Käse verquirlen, darübergießen und bei kleiner Hitze mit Deckel stocken lassen.

Dick und fest wird es zur Tortilla, die man mit einem Teller wendet. Flacher und weicher wird es zum Omelett. Im Ofen bei 180 Grad gelingt es auch ohne Wenden.

  • Reste: Kartoffeln, Gemüse, Nudeln, Käse
  • obendrauf: Kräuter, Joghurt, scharfe Sauce

2 · Suppe aus allem

Zwiebel anschwitzen, alles Gemüse klein geschnitten dazu, mit Brühe auffüllen, 15 bis 20 Minuten köcheln. Gegarte Reste wie Linsen, Bohnen oder Kartoffeln kommen erst in den letzten fünf Minuten dazu. Wer es sämig mag, püriert die Hälfte.

Eine Suppe verzeiht fast alles. Nur sehr unterschiedliche Gewürzwelten sollten nicht im selben Topf landen. Was zu fad schmeckt, wird mit Essig, Senf oder Zitrone gerettet.

  • Reste: Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln
  • obendrauf: Croutons, Kräuter, Joghurt

3 · Die Schüssel

Unten eine Basis aus Reis, Bulgur, Nudeln oder Brotwürfeln, darauf in Gruppen, was an Gemüse da ist, roh oder gegart, warm oder kalt. Ein Dressing aus Öl, Essig und Senf oder ein gewürzter Joghurt hält alles zusammen.

Die Schüssel wirkt immer geplant, auch wenn sie aus vier verschiedenen Resten besteht. Der Trick ist die Anordnung: nebeneinander statt vermischt.

  • Reste: Getreide, Ofengemüse, Krautsalat
  • obendrauf: geröstete Kerne, Kräuter

4 · Auflauf

Gekochte Nudeln oder Kartoffeln mit Gemüse in eine Form geben. Darüber eine schnelle Sauce aus Milch, einem Löffel Mehl und Butter oder einfach passierte Tomaten, dann Käse. Bei 200 Grad 25 Minuten backen, bis die Oberfläche braun ist.

Ein Auflauf braucht mehr Masse als die anderen Muster, eignet sich aber gut für einen Rest, der allein zu klein wäre. Was übrig bleibt, schmeckt am nächsten Tag noch einmal.

  • Reste: Nudeln, Kartoffeln, Brokkoli, Kohl
  • obendrauf: Semmelbrösel, Käse

5 · Gefüllt

Reis, Linsen oder Bulgur mit Zwiebel, Gewürzen und etwas Ei oder Käse binden und als Füllung verwenden: in halbierte Paprika, ausgehöhlte Zucchini, blanchierte Kohlblätter oder Pfannkuchen. Im Ofen oder in der Pfanne mit etwas Tomatensauce garen.

Dieses Muster braucht am meisten Zeit, macht aber aus einer kleinen Menge Reste ein vollwertiges Abendessen.

  • Reste: Reis, Linsen, Gemüsewürfel
  • obendrauf: Joghurt, Kräuter

Brühe aus Schalen

Die Grundlage vieler Freitagsteller entsteht nebenbei, die ganze Woche über. In einem großen Gefrierbeutel im Gefrierfach landet alles, was beim Schneiden abfällt: Zwiebelschalen und -enden, Karottenschalen, Lauchgrün, Selleriereste, Petersilienstiele, Strunk und Rippen vom Kohl. Gewaschenes Gemüse vorausgesetzt.

Ist der Beutel voll, kommt sein Inhalt gefroren in einen großen Topf, mit kaltem Wasser bedeckt, dazu ein Lorbeerblatt und ein paar Pfefferkörner. Eine Stunde leise köcheln lassen, abseihen, salzen. Die Brühe hält im Kühlschrank drei Tage und lässt sich gut portionsweise einfrieren. Kohl sollte nur einen kleinen Teil ausmachen, sonst wird sie streng.

Würzen, wenn nichts zusammenpasst

Reste aus verschiedenen Tagen schmecken manchmal nach nichts Bestimmtem. Dann hilft ein Gedanke aus der Profiküche: Jeder Teller braucht Salz, Säure, Fett und etwas Knuspriges. Fehlt die Säure, schmeckt alles flach, ein Spritzer Zitrone oder ein Löffel Essig ändert das sofort. Fehlt das Knusprige, helfen geröstete Brotwürfel, Kerne oder in Butter gebräunte Semmelbrösel. Ein Löffel Senf, ein paar Kapern oder eine Handvoll Kräuter bringen die fehlende Richtung.

Was auf den Freitagsteller gehört und was nicht

Gegarte Reste aus dem Kühlschrank sind ideal, solange sie nicht älter als zwei bis drei Tage sind und gut gekühlt wurden. Alles, was komisch riecht, schmierig aussieht oder schimmelt, gehört nicht in die Pfanne, auch nicht gut durchgebraten. Reste werden nur einmal aufgewärmt, dann aber richtig heiß.

Wer noch mehr Anregungen sucht, findet bei den Verbraucherstellen weitere Ideen für Restegerichte nach Zutaten sortiert. Die Muster dieser Seite tauchen in allen Kreisen auf: am Freitag von Ein Einkauf, fünf Abende, am Donnerstag der Gemüsekiste und an allen drei Abenden der Kühlschrank-Inventur. Was dabei an altem Brot anfällt, zeigt die Seite über altbackenes Brot.

Zum Nachlesen: Zu gut für die Tonne: Reste verwerten · Verbraucherzentrale: Resteverwertung von A bis Z

Mengen und Garzeiten sind Richtwerte aus unserer Küche. Jeder Herd heizt anders, und kein Kohlkopf wiegt genau so viel wie der nächste.