Die Formel hinter jedem Teller
Ein Restegericht gelingt, wenn drei Dinge zusammenkommen. Erstens eine Basis, die satt macht: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot oder Hülsenfrüchte, gern schon gegart. Zweitens etwas, das alles zusammenhält: Ei, Brühe, eine Sauce, Käse oder Joghurt. Drittens etwas Frisches zum Schluss, das den Teller lebendig macht: Kräuter, Zitrone, ein Klecks Senf, geröstete Kerne.
Die Mengen in der Tabelle sind grobe Richtwerte für zwei Personen. Fehlt etwas an der Basis, wird mit einer Scheibe Brot, einer Handvoll Nudeln oder einer Dose Bohnen aus dem Vorrat aufgefüllt. Fehlt es am Bindenden, reicht oft ein Ei mehr oder ein Schluck Brühe.
Mit dieser Formel im Kopf wird der Blick in den Kühlschrank zur Sortierarbeit. Was ist Basis, was bindet, was fehlt noch für obendrauf? Fast immer lässt sich daraus eines der fünf Muster bauen.
| Muster | Basis | bindet | Menge für zwei |
|---|
| Pfanne mit Ei | Kartoffeln, Reis, Gemüse | 4 bis 6 Eier | etwa 400 g Reste |
| Suppe | Gemüse, Hülsenfrüchte | 1 Liter Brühe | etwa 500 g Reste |
| Schüssel | Getreide, Brot | Dressing, Joghurt | etwa 300 g Reste |
| Auflauf | Nudeln, Kartoffeln | Sauce, Käse | etwa 600 g Reste |
| Füllung | Reis, Linsen, Gemüse | Ei, Käse | etwa 300 g Reste |
Brühe aus Schalen
Die Grundlage vieler Freitagsteller entsteht nebenbei, die ganze Woche über. In einem großen Gefrierbeutel im Gefrierfach landet alles, was beim Schneiden abfällt: Zwiebelschalen und -enden, Karottenschalen, Lauchgrün, Selleriereste, Petersilienstiele, Strunk und Rippen vom Kohl. Gewaschenes Gemüse vorausgesetzt.
Ist der Beutel voll, kommt sein Inhalt gefroren in einen großen Topf, mit kaltem Wasser bedeckt, dazu ein Lorbeerblatt und ein paar Pfefferkörner. Eine Stunde leise köcheln lassen, abseihen, salzen. Die Brühe hält im Kühlschrank drei Tage und lässt sich gut portionsweise einfrieren. Kohl sollte nur einen kleinen Teil ausmachen, sonst wird sie streng.
Würzen, wenn nichts zusammenpasst
Reste aus verschiedenen Tagen schmecken manchmal nach nichts Bestimmtem. Dann hilft ein Gedanke aus der Profiküche: Jeder Teller braucht Salz, Säure, Fett und etwas Knuspriges. Fehlt die Säure, schmeckt alles flach, ein Spritzer Zitrone oder ein Löffel Essig ändert das sofort. Fehlt das Knusprige, helfen geröstete Brotwürfel, Kerne oder in Butter gebräunte Semmelbrösel. Ein Löffel Senf, ein paar Kapern oder eine Handvoll Kräuter bringen die fehlende Richtung.
Was auf den Freitagsteller gehört und was nicht
Gegarte Reste aus dem Kühlschrank sind ideal, solange sie nicht älter als zwei bis drei Tage sind und gut gekühlt wurden. Alles, was komisch riecht, schmierig aussieht oder schimmelt, gehört nicht in die Pfanne, auch nicht gut durchgebraten. Reste werden nur einmal aufgewärmt, dann aber richtig heiß.
Wer noch mehr Anregungen sucht, findet bei den Verbraucherstellen weitere Ideen für Restegerichte nach Zutaten sortiert. Die Muster dieser Seite tauchen in allen Kreisen auf: am Freitag von Ein Einkauf, fünf Abende, am Donnerstag der Gemüsekiste und an allen drei Abenden der Kühlschrank-Inventur. Was dabei an altem Brot anfällt, zeigt die Seite über altbackenes Brot.
Mengen und Garzeiten sind Richtwerte aus unserer Küche. Jeder Herd heizt anders, und kein Kohlkopf wiegt genau so viel wie der nächste.