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Ein Gemüse, viele Gerichte

Ein Bund Petersilie bis zum letzten Stiel

Für ein Rezept braucht man zwei Esslöffel gehackte Petersilie, gekauft wird ein ganzer Bund. Der Rest liegt dann im Kühlschrank, bis er gelb und matschig ist. Dabei reicht ein Bund für eine ganze Woche, wenn man ihn richtig lagert und weiß, wohin Blätter und Stiele wandern.

  • 1 Bund
  • 5 Verwendungen
  • glatt oder kraus
  • auch die Stiele
Ein frischer Bund glatte Petersilie auf einem Holzbrett

Was in einem Bund steckt

  • 45 %die Blätter – für Pesto, Salat und zum Bestreuen
  • 25 %die feinen oberen Stiele – fein gehackt wie die Blätter
  • 20 %die dicken unteren Stiele – für Brühe, Suppe und Würzöl
  • 10 %welke Blätter und Wurzelenden – ab in die Brühe-Tüte

Gleich nach dem Einkauf

Der wichtigste Handgriff passiert, bevor der Bund im Kühlschrank verschwindet. Gummiband ab, welke oder gelbe Blätter aussortieren, die Stielenden frisch anschneiden. Dann den Bund wie einen Blumenstrauß in ein Glas mit etwas Wasser stellen, locker einen Gefrierbeutel darüberstülpen und in den Kühlschrank stellen. Alle zwei Tage das Wasser wechseln.

So hält glatte Petersilie gut eine Woche. Wer keinen Platz für ein Glas hat, wickelt den Bund in ein feuchtes Küchentuch und legt ihn in eine Dose ins Gemüsefach. Wichtig ist nur: feucht, aber nicht nass, und nicht eingeklemmt zwischen schweren Packungen.

Gewaschen wird erst kurz vor dem Gebrauch. Nasse Blätter, die tagelang im Kühlschrank liegen, werden schneller matschig. Zum Waschen den Bund kopfüber in eine Schüssel mit kaltem Wasser tauchen, leicht schwenken, damit Sand und Erde auf den Boden sinken, und anschließend in einem Tuch oder einer Salatschleuder trocknen. Erst trockene Blätter lassen sich sauber hacken, ohne zu einem grünen Brei zu werden.

Dicht stehende Blätter glatter Petersilie, Nahaufnahme von obenEin einzelner Petersilienzweig auf einer Gabel vor schwarzem HintergrundFrische Kräuter, gehackte Petersilie und ein Kochmesser auf einem Holzbrett

1 · Petersilienpesto

Blätter und feine Stiele von einem halben Bund mit 30 Gramm gerösteten Sonnenblumenkernen oder Walnüssen, einer Knoblauchzehe, 30 Gramm geriebenem Hartkäse und etwa 80 Millilitern Öl im Mixer oder mit dem Stabmixer zu einer groben Paste verarbeiten. Mit Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Das Pesto schmeckt kräftiger als eines aus Basilikum und passt zu Nudeln, Ofengemüse und Pellkartoffeln. Mit einer dünnen Schicht Öl bedeckt hält es im Glas vier bis fünf Tage.

  • Tag 1 oder 2
  • verbraucht den halben Bund auf einmal

2 · Kräutersalat mit Bulgur

100 Gramm feinen Bulgur mit der gleichen Menge kochendem Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten quellen lassen. Eine große Handvoll Petersilie fein hacken, dazu eine Tomate oder ein Stück Gurke in kleinen Würfeln und zwei Frühlingszwiebeln. Mit Zitronensaft, Öl und Salz kräftig anmachen.

Hier ist die Petersilie keine Dekoration, sondern die Hauptzutat. Der Salat hält zwei Tage und eignet sich gut zum Mitnehmen.

  • Tag 2 oder 3
  • auch mit Couscous oder Resten von Reis

3 · Gremolata

Eine Handvoll Blätter und feine Stiele sehr fein hacken, mit der abgeriebenen Schale einer Zitrone und einer fein gehackten Knoblauchzehe mischen. Mehr braucht es nicht.

Gremolata kommt erst zum Schluss über das fertige Gericht: über Schmorgerichte, Bohnen, Linsensuppe oder gebratenes Gemüse. Sie belebt auch das, was zum zweiten Mal aufgewärmt wird.

  • jeden Tag
  • immer frisch zubereiten

4 · Stiele für Brühe und Suppe

Die dicken unteren Stiele haben mehr Aroma, als man denkt. Fein geschnitten kommen sie wie Sellerie mit Zwiebel und Karotte in den Topf, wenn eine Suppe angesetzt wird. Ganz gelassen wandern sie mit Gemüseschalen in die Brühe und werden danach abgeseiht.

Wer keine Suppe plant, sammelt sie in einem Beutel im Gefrierfach, bis genug für eine Brühe zusammen ist.

  • jederzeit
  • gefroren mehrere Wochen haltbar

5 · Kräuterwürfel aus dem Gefrierfach

Was am Ende der Woche noch grün ist, wird gehackt, in eine Eiswürfelform gedrückt und mit Öl oder etwas Wasser bedeckt eingefroren. Die fertigen Würfel in einen Beutel umfüllen und beschriften.

Ein Würfel reicht für einen Topf Suppe, eine Pfanne Gemüse oder eine Sauce. Krause Petersilie friert übrigens besser ein als glatte, weil sie weniger zusammenfällt.

  • Tag 5 bis 7
  • nicht zum Bestreuen, nur zum Mitkochen

Ein Wochenplan für den Bund

Damit der Bund wirklich leer wird, hilft eine grobe Reihenfolge. Am ersten oder zweiten Tag kommt das Pesto, weil es die größte Menge auf einmal verbraucht. Danach bleibt eine kleinere Menge für den Kräutersalat und zum Bestreuen. Die Gremolata begleitet unter der Woche alles, was aus Topf oder Ofen kommt. Am Ende werden die dicken Stiele in die Brühe gegeben, und was noch grün ist, wandert als Würfel ins Gefrierfach.

TagVerwendungTeil des Bundes
1 bis 2Pestohalber Bund, Blätter und feine Stiele
2 bis 3Kräutersalateine große Handvoll
3 bis 5Gremolata, zum Bestreuenje ein bis zwei Esslöffel
5 bis 7Kräuterwürfel, BrüheReste und dicke Stiele

Wer kein Pesto mag, ersetzt es durch eine grüne Sauce aus Joghurt, Senf und viel gehackter Petersilie, die zu Pellkartoffeln und Eiern passt. Wichtig ist nur, dass am Anfang der Woche eine größere Menge verbraucht wird, solange die Blätter ganz frisch sind.

Glatt oder kraus

Glatte Petersilie schmeckt intensiver und ist in den meisten Rezepten gemeint, wenn einfach von Petersilie die Rede ist. Krause Petersilie ist milder, etwas fester und hält länger frisch. Für Pesto, Kräutersalat und Gremolata ist glatte die bessere Wahl, für Suppen, Kartoffelsalat und zum Einfrieren funktioniert beides.

Das Muster dieser Seite lässt sich auf andere Kräuter übertragen. Schnittlauch und Dill vertragen das Glas weniger gut, sie halten besser im feuchten Tuch. Basilikum mag es dagegen nicht kalt und bleibt am längsten frisch, wenn der Bund im Wasserglas bei Zimmertemperatur steht, nicht im Kühlschrank.

Im ersten Wochenkreis, Ein Einkauf, fünf Abende, läuft ein Bund Petersilie durch drei Abende. Und die Stiele, die am Ende übrig sind, gehören in die Brühe aus Schalen.

Zum Nachlesen: Bundeszentrum für Ernährung: Kräuter

Mengen und Garzeiten sind Richtwerte aus unserer Küche. Jeder Herd heizt anders, und kein Kohlkopf wiegt genau so viel wie der nächste.