Am ersten Tag: zerlegen statt anschneiden
Die zwei, drei welken Außenblätter abziehen und auf den Kompost geben. Dann mit einem kleinen, spitzen Messer den Strunk keilförmig herausschneiden. Ohne ihn lassen sich die großen äußeren Blätter vorsichtig einzeln ablösen, am leichtesten unter fließendem Wasser, das zwischen die Blätter läuft. Sechs bis acht schöne Blätter reichen für Kohlrouladen für zwei.
Den restlichen Kopf halbieren. Das helle, feste Innere ist süßlich und zart: Es wird roh gegessen. Der Teil dazwischen, mit gröberen Rippen, kommt in die Pfanne. Den Strunk nicht wegwerfen. Geschält und in dünne Scheiben geschnitten schmeckt er ähnlich wie Kohlrabi und landet in der Suppe.
Diese halbe Stunde am ersten Tag ist die eigentliche Arbeit. Danach liegen vier vorbereitete Portionen im Kühlschrank, jede in einer eigenen Dose oder einem Beutel, und an jedem Abend ist klar, welche dran ist.
Welcher Kohl für welches Gericht
Weißkohl ist der klassische Lagerkohl: fest, schwer und lange haltbar. Spitzkohl ist zarter, hat weichere Blätter und gart in der Hälfte der Zeit, dafür hält er nach dem Kauf nur etwa eine Woche. Für Krautsalat und Krautfleckerl ist er eine gute Wahl, für Rouladen sind seine Blätter oft zu klein. Wirsing mit seinen krausen Blättern eignet sich vor allem für Gegartes: In Suppen, Eintöpfen und als Rouladenhülle macht er sich besser als roh.
Rotkohl lässt sich nach demselben Schema aufteilen. Die äußeren Blätter sind allerdings oft zäher, und beim Kochen färbt er alles mit. Für Rotkohl gilt: einen Schuss Essig ins Wasser, dann bleibt die Farbe kräftig rot statt bläulich.
Wenn es schneller gehen muss
Nicht jede Woche lässt Zeit für Rouladen. Dann werden die äußeren Blätter einfach in Streifen geschnitten und mit dem mittleren Teil zu Krautfleckerl verarbeitet, die Menge reicht dann für zwei Abende. Oder sie kommen grob gehackt in die Suppe, die dadurch etwas kräftiger wird. Der Krautsalat aus dem Herz bleibt in jedem Fall, denn er braucht nur ein Messer, eine Schüssel und ein wenig Geduld beim Ziehenlassen. Wer einen Hobel besitzt, ist in fünf Minuten fertig.
Lagern, damit der Kreis aufgeht
Ein ganzer, unverletzter Weißkohl hält kühl und dunkel gelagert mehrere Wochen. Angeschnitten ändert sich das: Die Schnittfläche wird braun und trocknet aus. Angeschnittenen Kohl deshalb in ein feuchtes Tuch oder eine Dose packen und im Gemüsefach lagern. Eine verfärbte Schnittfläche einfach dünn abschneiden.
Wer nicht vier Kohlgerichte in einer Woche möchte, friert einen Teil ein. Roh eingefrorener Kohl wird beim Auftauen weich und eignet sich danach nur noch für Suppen und Schmorgerichte, kurz blanchiert behält er etwas mehr Biss. Die Suppe selbst lässt sich portionsweise einfrieren und ist dann an einem Abend ohne Plan schnell aufgewärmt.
Im ersten Wochenkreis, Ein Einkauf, fünf Abende, steht derselbe Kohl an drei Abenden auf dem Tisch, dort zusammen mit Linsen, Kartoffeln und Brot. Und was am Ende noch an Abschnitten übrig ist, wandert in die Tüte für die Brühe aus Schalen.
Mengen und Garzeiten sind Richtwerte aus unserer Küche. Jeder Herd heizt anders, und kein Kohlkopf wiegt genau so viel wie der nächste.